Kelly ist pädagogische Mitarbeiterin und Standortkoordinatorin bei BSO. 2Dolfijnen in Loosduinen. Sie steht vor ihrem selbstgebauten Bookflix-Bücherregal. Sie engagiert sich aktiv in der Sprachentwicklung.

„Fügt den Spaß hinzu, nicht weil Lesen Pflicht ist.“
Sprachentwicklung

2Samen möchte jedem Kind einen guten Start ins Leben und eine vielversprechende Zukunft ermöglichen. Deshalb arbeiten wir jeden Tag hart daran, ihre Sprachkenntnisse zu fördern, denn wer früh lernt, profitiert später davon. Kelly (33) ist ebenfalls in der Nachmittagsbetreuung. 2Dolfijnen Kelly stellt fest, dass Lesefähigkeiten unsere dringende Aufmerksamkeit verdienen: „Meine Liebe zur Sprache liegt mir im Blut. Deshalb ist es fantastisch, dass ich die Kinder auf meine ganz eigene, kreative Weise lesen lassen kann. Mir geht es vor allem um den Spaßfaktor, nicht darum, dass Lesen Pflicht ist. Ein Buch hat oft eine doppelte Bedeutung im Zusammenhang mit der Schule. In eurer Freizeit in unserer Hortbetreuung könnt ihr selbst entscheiden, was ihr mögt. Momentan sind das Pantoffel-Quiz und das Wortspiel Boggle sehr beliebt. Genau das motiviert und funktioniert.“ In ihrem Gruppenraum dreht sich alles ums Lesen. Es gibt einen Bookflix-Schrank, eine Anspielung auf Netflix. Die Kinder wählen ein Thema und verbringen viel Zeit damit, es mit Büchern, Spielen und Bildern auszupacken. Sie durchstöbern Secondhandläden nach neuem Material. Die älteren Kinder lesen den jüngeren stolz aus ihren selbstgemachten Bilderbüchern vor.

Kelly spricht über ihr soziales Engagement in einem multikulturellen Viertel mit Sprachunterschieden, wo man erkennt, dass ein angenehmes Wohnumfeld keine Selbstverständlichkeit ist.

Bei BSO 2Dolfijnen In Loosduinen sitzen zwei Mädchen mit einem Buch auf einem Sofa. Das eine liest aus einem Buch, das andere zeigt Premierministerin Kelly etwas in einem Suchbuch.

Kellys Leidenschaft gilt der Nachmittagsbetreuung. Sie begann vor 7 Jahren als Aushilfe und arbeitet seitdem bei 2Dolfijnen An der Rev. W.E. Den Hertog Schule. Kelly: „Ich liebe es, mit den Schulkindern zusammen zu sein. Zusammen mit drei Kollegen bin ich für die 4- bis 11-jährigen Kinder der Nachmittagsbetreuung da und biete ihnen ein offenes Ohr und einen entspannten Ort. Ich fordere sie auch dazu auf, ihre Grenzen zu erweitern, selbstständig zu forschen und kreativ zu denken. Sie sollen überlegen, wie sie Dinge anders angehen können. Spielerisches Lernen gehört hier zum Alltag. Als begeisterte Spieleliebhaberin darf ich leider nicht mehr mitspielen. Bis ich ein neues Spiel vorstelle, dann nutze ich die Gelegenheit wieder…“ Kelly hat acht Stunden Gruppenarbeit gegen ihre neue Rolle als Standortkoordinatorin eingetauscht. „So bleibe ich sowohl mit den Kindern als auch mit den Eltern in Kontakt. Ich fühle mich hier wie zu Hause.“

Wie entstand Ihre Leidenschaft für die Leseförderung?

Kelly: „Ich lese schon seit meiner Kindheit viel. Da wir als Träger der Kinder- und Jugendhilfe die Bedeutung der Sprachentwicklung von klein auf anerkennen, habe ich die Gelegenheit genutzt. Uns liegt jedes Kind am Herzen. Bei uns lernen Kinder polnischer, marokkanischer, indischer und niederländischer Herkunft voneinander und miteinander. Weil nicht jeder ein behagliches Zuhause hat, bieten wir ihnen einen sicheren, freien und einladenden Ort. Früher waren die Kinder hauptsächlich mit elektronischem Spielzeug, der Xbox und Handys beschäftigt. Jetzt beschäftigen sie sich mit anderen Dingen. Ich sehe sie entspannt spielen, malen oder ein Buch in die Hand nehmen. Das kann aber auch ein Suchbuch oder ein Bilderbuch sein. Und was spricht gegen eine Donald-Duck-Geschichte und ein Suchrätsel? Oder gemeinsam backen und das Rezept lesen oder Boggle spielen? Man liest und lernt. Das ist mein Ziel; so ist mein Tag ein Erfolg.“

Was ist falsch an Donald Duck oder dem Spiel Boggle? Lies selbst und finde es heraus.

– Kelly, Bildungsassistentin und Standortkoordinatorin 2Dolfijnen

Was du magst, motiviert dich.

Das Team betreibt eine eigene, nach Alter sortierte Bücherbibliothek. Kelly: „Es geht nicht darum, was sie in dem Alter lesen können sollten; die Lesestufen lassen wir in der Schule. Die Kinder selbst entscheiden, was gerade angesagt ist, damit sie es eher lesen. Das Pantoffel-Quiz ist besonders beliebt, zum Beispiel mit Fragen über die Watteninseln. Oder sie greifen zum Witzebuch, zum Kartenspiel Pim-Pam-Pet oder zu Maxi Loco-Reading. Und erst die selbstgebastelten, bunten Lesezeichen! Sie kuscheln sich in den Kindersessel oder Schaukelstuhl. Ruhig, schüchtern, temperamentvoll, stark – ich sehe hier jedes Kind aufblühen; einfach wunderbar.“

Wähle dein eigenes Thema und gib alles!

Kelly findet themenorientiertes Lesen sehr hilfreich. „Die Kinder wählen die Themen selbst, denn ihre Beteiligung hat für uns höchste Priorität. Sie überlegen, was sie interessiert, entwickeln gemeinsam die Möglichkeiten, diskutieren darüber und einigen sich schließlich. Das ist an sich schon ein Lernprozess. Mal wollten sie zum Beispiel ‚Tiefsee‘ lesen, und jetzt dreht sich seit Wochen alles um Dinosaurier. Wir lesen darüber, malen und spielen Ratespiele. Wir hängen Bilder von Dinosauriern mit informativen Fakten oder sogar Skelette auf… Wir werden immer kreativer und begeisterter, und die Website der Kleuteruniversiteit unterstützt uns dabei.“

Die Beteiligung der Kinder hat für uns höchste Priorität. Die Kinder wählen jedes Jahr selbst die verschiedenen Themen aus.

– Kelly, Bildungsassistentin und Standortkoordinatorin 2Dolfijnen

Gut gefüllter Bookflix-Schrank

Das Bookflix-Regal beherbergt die Top 3, Bookflix-Originale und preisgekrönte Serien. Um das Regal stets gefüllt und die Auswahl aktuell zu halten, durchstöbern sie Secondhandläden. Kelly: „Was immer dich interessiert, kannst du in den Korb legen. Jemand denkt vielleicht an Weihnachten, ein anderer an Golf. Wieder jemand anderes wählt einen Stapel Tina-Bücher und nimmt sich vor, sie in zwei Monaten zu lesen. Manchmal bittet mich die Lehrerin oder Kindergärtnerin, etwas für die Klasse zu finden. Ich prüfe, ob die Bücher geeignet sind, und an der Kasse bekommen wir einen Rabatt, weil sie sich freuen, wenn wir Spaß haben. Die gelesenen Bücher bringen wir ihnen gerne zurück, oder sie nehmen sie mit nach Hause.“

Ein Mädchen liest konzentriert ein Buch und hält dabei ihr selbstgebasteltes Lesezeichen in der Hand – in der Nachmittagsbetreuung. 2Dolfijnen in Loosduinen

Welche Erfahrungen machen Eltern mit Ihren Bemühungen?

Kelly: „Wir hören regelmäßig: ‚Wie schön, dass mein Kind mehr liest!‘ oder ‚Es hat uns vom Thema und vom Recycling-Ausflug erzählt.‘ Manchmal erzählen sie uns von einem Lesewunsch aus der Schule, dem wir ganz entspannt nachgehen. Ist ein Kind noch so vertieft in sein Buch, wenn die Eltern es abholen? Dann kann es zu Hause weiterlesen oder es für eine Buchbesprechung ausleihen. Ich werde nie den Stolz vergessen, den ich hatte, als ich meinen Eltern mein selbstgemachtes Bilderbuch schenkte. Ich wünsche mir, dass jedes Kind und jeder Elternteil das erleben kann. Ihr Buch ‚Die kleine Raupe Nimmersatt‘ hatte die schönsten Illustrationen.“

Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie?

„Wir können bei 2Samen in Zusammenarbeit mit den Schulen noch einiges erreichen“, sagt Kelly. „Und zwar ganz wörtlich, denn das Vorlesen von Straßenschildern auf dem Schulhof oder bei einer Schnitzeljagd kann sehr motivierend sein. Genauso wie der zentrale Einkauf des Bilderbuchs des Jahres für die Vorlesetage und die Kinderbuchwoche. Wir sollten die Sprachentwicklung auf innovative und anregende Weise fördern und auf die Interessen der Kinder eingehen.“ Was die Herausforderungen angeht, konzentriert sich Kelly vor allem auf sich selbst. „Manchmal versuche ich, zu viel zu schnell zu erreichen, und bin dann etwas übereifrig vor Begeisterung. Es hilft, etwas ruhiger zu werden, die Kinder nicht zu überfordern und nicht voreilig zu handeln. Vielleicht sollte ich einen Witz über wilde Tiere vorlesen, denn, nun ja, das liegt eben in der Natur der Sache …“

Genießen Sie das Lesen im Kindersessel in der Nachmittagsbetreuung. 2Dolfijnen in Loosduinen